"Das Vamperl"-Workshop für Volksschulen

 

Exemplarisch für die vielen Möglichkeiten des theaterpädagogischen Tuns möchte ich hier gerne meinen Workshop für Volksschulkinder rund um das Buch "Das Vamperl" von Renate Welsh vorstellen, der den Kindern sehr viel Freude macht. Auf den Fotos sind die Kinder der VS Pöstlingbergschule zu sehen. Konzipiert ist der "Vamperl-Workshop" für eine Woche (täglich 2-3 Stunden). Er kann aber auch ausgebaut oder verkürzt werden.

 

Einige kurze inhaltliche Einblicke in den Workshop:

 

Die Grundidee des Buches, das mit vielen netten Illustrationen bebildert ist: Menschlichen "Ungustln" wird von einem kleinen Vampir sozusagen der "Grant" ausgesaugt.

Auf drei Kapitel des Buches wurde näher eingegangen. Höhepunkt waren die Jeux dramatiques zu einem Vampir-Gedicht aus dem Buch. Jeder Tag wird mit einer Begrüßungsschlange begonnen und endet mit einem Abschlussritual. Zwischen den Übungen und am Ende der Einheit gibt es immer eine gemeinsame Reflexion.

 

Zielsetzung:

  • Vorstellungskraft und Fantasie sollen angeregt werden.
  • Die Kinder sollen Spaß haben, sich auszudrücken.
  • Die Kinder sollen Gusto auf das Buch bekommen.
  • Die Kinder sollen erkennen, dass man, wenn man netter ist, auch andere netter zu einem sind.
  • Die Gemeinschaft soll gestärkt werden.

 

1. Tag: Kennen lernen, Spannung auf das Buch aufbauen:

  • Warming up-Spiele
  • Spinnennetz: Kinder rollen sich im Kreis Wollknäuel zu - schicken ihren Namen mit - ein Spinnennetz entsteht. In die Mitte wird ein kleines Kistchen gestellt - darin befindet sich die Hauptfigur des Buches ...
  • Das erste Kapitel wird vorgelesen.
  • Die Kinder zeichnen ihr eigenes Vamperl.
2. Tag: Sprache - Sprechen - Sprichwort:
  • Konzentrations- und Kommunikationsspiele zum Aufwärmen, zB: Alle stehen im Kreis - einmal ein Monster darstellen: groß machen, den Mund weit aufreißen, einmal so tun, als hätte man in eine saure Zitrone gebissen: ganz klein machen, Gesicht zusammenziehen...
  • Lautmalerische Unterhaltungen: "Quadldiquixwahu?" Eine "normale" Antwort darauf geben, zB: "Aber natürlich hab ich die Katze gefüttert."
  • Drachenabeceh - Wer traut sich, es vorzutragen?
  • Sprichwörter üben

3. Tag: Vampir, Körper:

  • Satz aus dem Buch wird besprochen "Wie man in den Wald ruft, schallt es zurück"
  • Spiele dazu: zB: Schimpfen und streicheln: Die Kinder stellen sich in kleinen Gruppen gegenüber auf, zuerst beschimpfen sie sich - aber nur mit Obst- oder Gemüsenamen ("Du verschrumpelter, alter Apfel", "Du saure Zwetschkn"...), dann "streicheln" sie sich wieder mit Obst- und Gemüsenamen, aber diesmal positiv formuliert ("Du süßer, rotbackiger Apfel, "Du saftiges, blaues Zwetschkerl"...)
  • Das nächste Kapitel wird vorgelesen.
  • Die Kinder verkleiden sich als Vampire, werden geschminkt und gehen zu passender Musik einmal als hungrige, müde, lustige, traurige... Vampire durch den Raum.

4. Tag: Hänseln, entspannen:

  • Aufwärmspiele
  • Es wird aus dem Vamperl übers Hänseln vorgelesen und besprochen. Die Kinder denken sich selbst in Kleingruppen Hänsel-Szenen aus und spielen diese vor.
  • Aufmerksamkeitsspiele: zB: Alle gehen mit geschlossenen Augen durch den Raum. Lehrer stellt Fragen: "Welche Farbe haben die Socken von Sophie?", "Hat Sarah heute einen Rock an?"...
  • Abschluss: Traumreise mit Musik von Arnd Stein

 

5. Tag: Jeux dramatiques zu Gedicht aus "Das Vamperl":
  • Nach verschiedenen Spielen wird Material ausgebreitet: Stöcke, Jongliertücher, Vamperl-Umhänge, Klupperl, Sessel
  • Das Thema des Gedichts wird besprochen, die Rollen werden ausgesucht.
  • Die Kinder malen ein Bühnenbild an die Tafel.
  • Eine zweite Gruppe bastelt ein Bühnenbild.
  • Hintergrundmusik, die Lehrerin liest das Gedicht vor: die Kinder spielen dazu aus dem Stegreif.
  • Reflexion
  • Abschluss: Erdbeermilch schlürfen à la Vamperl